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Verfahren gegen Schlüsseldienst eingestellt PDF Drucken

Eine Kundin aus dem Landkreis Landshut hatte sich im Januar 2012 aus ihrem Haus ausgesperrt.

Sie stand nun mit ihren 3 Kindern vor der verschlossenen Tür und rief per Handy eine Freundin an, die ihr die Telefonnummern diverser Schlüsseldienste gab.

Sie beorderte einen Hallertauer Schlüsseldienst zu sich. Da es sich um eine Handynummer handelte, wusste sie nicht, dass der Monteur nicht aus ihrem Ort anreiste.

Mit einer Türöffnungskarte, die der Monteur durch den Türspalt zog, konnte die Tür innerhalb weniger Minuten geöffnet werden.

Der Schlüsseldienst stellte für seine Arbeiten eine Rechnung in Höhe von 329,- € aus, zuviel, wie die Kundin meinte. Sie erstattete Anzeige wegen Wucher und Ausnutzung einer Notlage.

Der Schlüsseldienst wehrte ich und erklärte, dass er aufgrund der winterlichen Straßenverhältnisse rund 1,5 Stunden für die einfache Wegstrecke benötigt habe. Die Tür habe er dann innerhalb 20 Minuten öffnen können.

Der Rechnungsbetrag setze sich wie folgt zusammen:

78,- € An- und Abfahrt
99,- € Öffnung der Tür
70,- € Abendzuschlag
30,- € Werkzeugpauschale

Dies mache zusammen 277,- € zuzügl. MwSt. eben eine Gesamtsummer in Höhe von 329,- €. Die Rechnung stellte er nach der erfolgten Öffnung aus.

Die Kundin konnte sich nicht mehr erinnern, wann sie die Rechnung unterschrieben hatte: Vor der Öffnung, wie sie es bei der Polizei zu den Akten gab, oder erst nach erfolgter Dienstleistung.

Der Richter B. Suttner stellte das Verfahren ein, weil nicht mehr festzustellen war, wann die Rechnung gestellt wurde. Wenn die Tür schon geöffnet gewesen ist, habe sich die Kundin bei Unterschriftsleistung auf der Rechnung in keiner Zwangslage mehr befunden.

 
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